VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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Betriebswirtschaft

Die Digitalisierung war weiterhin das bestimmende Thema im Fachausschuss Betriebswirtschaft / Steuern und auch auf der gemeinsamen Klausurtagung mit Unternehmen des vdw Niedersachsen und Bremen, die im Mai diesen Jahres in Wolfsburg stattgefunden hat. Viele Unternehmen sind aktuell dabei, ihre digitalen Prozesse im Rechnungswesen zu überdenken und zum Teil auch grundlegend neu zu gestalten. Zwei Projekte zum digitalen Rechnungsdurchlauf wurden von Mitgliedsunternehmen vorgestellt und ausführlich besprochen. Die Workflows für die elektronische Rechnungsbearbeitung unterscheiden sich erheblich vom herkömmlichen Durchlauf der Papierrechnungen. Da die meisten Rechnungen noch in Papierform in die Unternehmen gelangen, ist ein wichtiger Punkt die digitale Aufbereitung der Dokumente. In diesem Zusammenhang wurde über verschiedene Dateiformate gesprochen, und ein Dienstleister, der Unternehmen bei der digitalen Erfassung der Papierrechnungen unterstützt, hat sein Produkt- und Leistungsportfolio vorgestellt.

Weiter hat sich der Fachausschuss damit befasst, dass die Finanzierung von Neubauvorhaben zunehmend schwieriger wird, weil die zu finanzierenden Grundstücks- und Baukosten stärker steigen als die Beleihungswerte, die für die Höhe der möglichen Finanzierung maßgeblich sind. Die Ermittlung der Beleihungswerte erfolgt anhand von gesetzlichen Vorgaben und Bandbreiten. Ein bestimmender Faktor ist dabei die nachhaltig erzielbare Miete, deren Steigerungen in letzter Zeit deutlich geringer ausgefallen sind als der Anstieg der Grundstücks- und Baukosten, so dass die Beleihungswerte oft ganz deutlich unter den Marktwerten der Objekte liegen (in einem Beispielfall lag der Beleihungswert bei nur 56 Prozent des Marktwertes). Daher müssen des Öfteren weitere unbesicherte Grundstücke als Sicherungsobjekte für die Neubauvorhaben mit genutzt werden.


Datenschutz

Im Bereich des Datenschutzes hat die seit Mai 2018 geltende DS-GVO Neuerungen mit sich gebracht, die auch von den Mitgliedsunternehmen zu beachten sind. Der Nachfragebedarf der Mitgliedsunternehmen hierzu ist relativ groß, was auch damit zusammenhängt, dass zu den Regelungen der DS-GVO und den daraus resultierenden Verpflichtungen noch keine gefestigte Rechtsprechung existiert.


Betriebskostenrecht und Wohnungseigentumsrecht

Herr Dr. Mediger hat die Rechtsberatung im Bereich des Wohnungseigentumsrechts übernommen. Im Bereich des Betriebskostenrechts hat Herr Dr. Mediger die rechtliche Beratung für die Mitgliedsunternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein übernommen, während die Mitgliedsunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern auch weiterhin von Herrn Dr. Hitpaß beraten werden. Schwerpunkte der Beratung im Wohnungseigentumsrecht/Gewerberecht waren neben der Beschlussfassung und rechtlichen Umsetzung von baulichen Maßnahmen gemäß § 22 Absatz 1 und 2 WEG vor allem die neu eingeführte Erlaubnispflicht nach § 34 c GewO für die gewerbliche Fremdverwaltung von Wohnungseigentum und für die Tätigkeit als Wohn­immobilienverwalter betreffend Wohnraummietverhältnisse.

Im Betriebskostenrecht fokussierte sich die Beratung auf übliche Probleme im Zusammenhang mit der Erstellung der Betriebskostenabrechnung. Dazu gehören die zutreffende und transparente Darstellung der Betriebskostenpositionen in der Abrechnung gleichermaßen wie der Ansatz des korrekten Verteilerschlüssels, der Umgang mit und die Umlegbarkeit von bestimmten Einzelpositionen sowie der rechtssichere Umgang mit Einwänden des Mieters / Nutzers gegen Nachforderungen.


Kommunikation

Schwerpunkt des Referats Kommunikation in den vergangenen Monaten waren Beiträge zur öffentlichen wohnungspolitischen Debatte. Im Mittelpunkt stand die Diskussion um die weitere Verschärfung der Mietpreis- und der Kappungsgrenzen. Auch die in Berlin angestoßene Debatte über die Enteignung von Wohnungsunternehmen prägte die Kommunikationsarbeit des VNW. VNW-Direktor Andreas Breitner ist für viele Medien ein wichtiger und kompetenter Gesprächspartner. Der VNW und sein Direktor werden in der Öffentlichkeit als wichtige Vertreter der Interessen von im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften wahr- und ernst genommen. Ein weitere Schwerpunkt des Referats Kommunikation war die umfassende Überarbeitung des VNW-Pressespiegels. Dieser bietet einen Überblick über die Berichterstattung der Tages- und Wochenzeitungen zu allen relevanten Themen der Wohnungswirtschaft. Grundlage des VNW-Pressespiegels sind mehr als 120 tägliche Zeitungs- und Zeitschriftenausgaben sowie die Berichterstattung von Deutschlands wichtigster Nachrichtenagentur dpa. Im Mittelpunkt steht die Berichterstattung über die VNW-Mitgliedsunternehmen und die Arbeit des VNW, des Verbands der Vermieter mit Werten. Die inhaltliche wie gestalterische Weiterentwicklung des VNW-Magazins und der Wertekampagne stellten weitere Schwerpunkte der Arbeit des Referats Kommunikation dar.


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