VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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IT / Multimedia

Zum Thema digitale Transformation wurde schon viel gesagt, und das Interesse führt dazu, dass es weiter zu den absoluten Topthemen zählt. Dennoch geht das Marktforschungsunternehmen IDC davon aus, dass 70 Prozent aller digitalen Transformationsprojekte scheitern werden.

Die Beachtung von zwei wichtigen Unternehmenswahrheiten könnte diese Fehler vermeiden. Erstens sollte der Prozess der digitalen Transformation als eine tatsächliche Reise begriffen werden und nicht als ein Ziel, das erreicht werden muss. Und zweitens wird diese Reise häufig unter der Prämisse gestartet, möglichst direkt alles digital erledigen zu wollen. Die Unternehmenswirklichkeit sieht aber häufig so aus, dass eine einzigartige hybride Arbeitsumgebung besteht, in der digitale und analoge Prozesse in einer ganz speziellen Kombination ineinandergreifen. Wenn man diese Gegebenheiten anerkennt und damit umgeht und nicht den „großen Wurf“ erzwingen möchte, würden die Digitalisierungsprojekte sehr viel erfolgreicher verlaufen. Hierzu unterstützt der Fachausschuss in kleinen Formaten den Bildungsbereich des Verbandes und berät zu fachlichen Themeninhalten die Verbandsorganisation.

Der Fachausschuss hat sich im ersten Halbjahr 2018 vorrangig mit den Folgen der DS-GVO beschäftigt und einen Fragenkatalog erarbeitet, der in die Handlungsempfehlungen des VNW zum Thema DS-GVO eingeflossen ist. Im zweiten Halbjahr wurde begonnen, ein Muster einer digitalen (Unternehmens-)Strategie zu entwickeln. Aktuell wird dieses plakativ gestaltete Muster um Ansprechpartner von schon in der Umsetzung befindlichen Teilen einer digitalen Strategie ergänzt und soll im Herbst veröffentlicht werden.


Fachausschuss Architektur, Technik und Energie

Der fachliche Austausch während der Sitzungen und die Besichtigung von Projekten vor Ort standen neben externen Beiträgen im Zentrum der zweitägigen Sitzungen. Besonderes Augenmerk lag 2018 und 2019 auf der Frage, wie wohnungswirtschaftliche Unternehmen von „Building Information Modelling“ BIM profitieren können. Die Erörterung dieser Fragestellung im Fachausschuss Technik ergab, dass die Vorteile von BIM für die Wohnungswirtschaft hauptsächlich in der Bewirtschaftungsphase der Wohngebäude zu finden sind – also bei der Anwendung auf den vorhandenen Gebäudebestand. Ziel des VNW-Dialogs „BIM in der Wohnungswirtschaft“ war es, Vertreter der Wohnungswirtschaft mit Vertretern der maßgeblichen Hersteller von wohnungswirtschaftlicher ERP-Software darüber ins Gespräch bringen, wie die Daten eines digitalen Gebäudemodells während der Bewirtschaftungsphase mit der zentralen ERP-Software im Unternehmen verbunden und ohne zusätzliche Datenerfassung und komplizierte Softwareanpassungen dauerhaft genutzt werden können. In der Folge führte der VNW gemeinsam mit der Firma Aareon im Januar und Februar 2019 zwei Design-Thinking-Workshops durch, in denen die konkreten Bedarfe von Wohnungsunternehmen bei der Implementierung von BIM erarbeitet wurden.

Mit jährlich rund 100 Einzel­beratungen und der Beantwortung von Anfragen sowie rund 50 Rundschreiben/Rundbriefen unterstützt das Referat Technik die Mitgliedsunternehmen des VNW bei allen Fragen zu Technik und Energie im weitesten Sinn. Die Darstellung der wohnungswirtschaftlichen Sichtweise wird regelmäßig für Veranstaltungspodien oder Vorträge mit Themenstellungen aus den Bereichen des VNW-Referats Technik und Energie angefragt. Zunehmend liegt dabei der Fokus wieder auf Klimaschutz und Energiewende.


Bildung und Personal

Die Basis des VNW-Seminarangebotes bleiben die Fachthemen rund um die nachhaltige Bewirtschaftung von Wohnungen. Zusätzlich sorgt der Gesetzgeber für neue Seminarinhalte. Die Einführung der DS-GVO mit 5 Seminaren und 160 Teilnehmern war eins der beherrschenden Themen. Erstmals wurde eine Fachtagung Datenschutz/Datensicherheit im Oktober 2018 angeboten. Die Digitalisierung schlägt sich auch im Bildungsangebot nieder. Die Angebotspalette reicht vom „Digitalen Führerschein“ über Workshops / Arbeitskreise zur Erarbeitung und Umsetzung digitaler Strategien (DIGILOG) bis hin zur agilen Unternehmensführung. Die Fachtagung Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft hat sich etabliert und ist mit über 150 Teilnehmern eine feste Größe im VNW-Veranstaltungsprogramm.

Der Fachkräftemangel wird in der Wohnungswirtschaft immer spürbarer. Dies beginnt bei der Gewinnung von Auszubildenden. Um die Mitglieds­unternehmen bei der Bewerbung der Ausbildungsstellen zu unterstützen, wurde die Internetpräsenz der bundesweiten Marketingkampagne www.immobilienkaufleute.de grundsätzlich überarbeitet und modernisiert. Zum Thema Fachkräftemangel wollen wir die öffentliche Wahrnehmung der Wohnungswirtschaft als attraktive Arbeitgeber steigern. Die Fachausschüsse Personal und Kommunikation erarbeiten gemeinsam mit einer Agentur eine Kampagne, die die Wohnungswirtschaft als „Arbeitgeber mit Werten“ präsentiert. Ergebnisse werden zum Verbandstag/zur Arbeitstagung präsentiert