VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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GASTBEITRAG


55.000 Wohnungen seit 2011 


Alle Hamburgerinnen und Hamburger sollen eine gute und bezahlbare Wohnung finden können. Der Wohnungsbau ist eines der wichtigsten politischen Handlungsfelder in einer Stadt wie Hamburg, denn eine Wohnung ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Familien eine gute Perspektive haben, dass man eine Arbeit oder eine Ausbildung aufnehmen kann, dass Studierende, junge Wissenschaftler und Kreative zu uns kommen, dass sich Unternehmen ansiedeln und neue Arbeitsplätze entstehen.

Gemeinsam mit dem VNW und den weiteren Partnern im „Bündnis für das Wohnen“ hat der Senat deshalb eines der größten Wohnungsbauprogramme Deutschlands gestartet. Seit 2011 sind in unserer Stadt über 55.000 neue Wohnungen entstanden, davon mehr als 14.000 öffentlich gefördert.

VNW-Mitgliedsunternehmen haben im vergangenen Jahr rund 2.100 neue Wohnungen fertiggestellt. Mit einer durchschnittlichen Netto-Kaltmiete von 6,79 Euro pro Quadratmeter stehen die VNW-Mitgliedsunternehmen, die ein Drittel des Wohnungsbestandes unserer Stadt ausmachen, für bezahlbares Wohnen in Hamburg.

Wichtig ist, dass ausreichend Wohnungen für alle Generationen zur Verfügung stehen. Mit einem Altersdurchschnitt von 42,1 Jahren ist Hamburg das jüngste Bundesland in Deutschland. Die Geburtenrate steigt. Wir sorgen deshalb für familiengerechte Wohnungen, ausreichend Kitas, gute Schulen und Sportanlagen.

Zugleich werden die Menschen älter als früher. Sie bleiben dabei länger gesund und wollen auch im fortgeschrittenen Alter selbstbestimmt am Leben in der Stadt teilhaben. Bei dem Bau neuer Wohnungen und Quartiere achten wir deshalb verstärkt auf Barrierefreiheit und eine gute Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr. Ebenso wichtig sind Geschäfte für den täglichen Bedarf, die im direkten Umfeld einfach erreichbar sind, eine gute medizinische Versorgung sowie Angebote für Pflege und Unterstützung im Alltag. Auch die Einbindung in die Nachbarschaft und in eine Gemeinschaft spielt eine wichtige Rolle.

In Hamburg gibt es bereits viele moderne Wohnprojekte für ältere Menschen wie das Projekt „LeNa – lebendige Nachbarschaft“ unserer städtischen Wohnungsbaugesellschaft SAGA, die Mitglied im VNW ist. Das Herzstück von LeNa sind Gemeinschaftsräume und ein Nachbarschaftstreff, in dem sich die Bewohner des Quartiers treffen, austauschen und nachbarschaftlich aktiv werden können.

Bei der Realisierung generationengerechter Wohnformen sind die VNW-Mitgliedsunternehmen für den Senat ein wichtiger Partner. Ich bedanke mich herzlich für dieses Enga­ge­ment und wünsche Ihnen viel Tatkraft und Erfolg bei der Realisierung weiterer Projekte. Eine seniorengerechte Stadt ist zugleich eine familienfreundliche und behindertengerechte Stadt, in der man sich auch mit einem Kinderwagen oder einem Rollstuhl gut bewegen kann. 

Mit dem Wohnungsbauprogramm des Senats und dem „Bündnis für das Wohnen“ begegnen wir dem Trend der Urbanisierung und sorgen dafür, dass niemand durch zu hohe Mieten aus der Stadt gedrängt wird. Mit dem Naturschutzbund Deutschland haben wir vereinbart, trotz des erforderlichen Wohnungsbaus und der weiteren Entwicklung von Gewerbeflächen, den Umfang der Grünflächen in unserer Stadt zu erhalten und die Naturqualität noch zu erhöhen. Durch diese moderne Stadtentwicklung gestalten wir das Wachstum unserer Stadt so, dass Hamburg die grüne Metropole am Wasser bleibt, mit vielen attraktiven öffentlichen Räumen für alle.



Dr. Peter Tschentscher
Erster Bürgermeister der Freien
und Hansestadt Hamburg


Dr. Peter Tschentscher ist seit dem 28. März 2018 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg und Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. Er wurde am 20. Januar 1966 in Bremen geboren, ist verheiratet und hat ein Kind. Zwischen 1987 und 1994 studierte er Humanmedizin und absolvierte ein Aufbaustudium Molekularbiologie in Hamburg. 1995 promovierte er und habilitierte 2008 an der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg. Bis 2011 war er tätig als Oberarzt im Diagnostikzentrum des UKE. Peter Tschentscher trat 1989 der SPD bei, war von 2007 bis 2018 Vorsitzender des SPD-Kreises Hamburg-Nord und zwischen 2008 und 2011 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Am 23. März 2011 wurde er zum Senator und Präses der Finanzbehörde berufen.