VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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INTERESSENVERTRETUNG UND BERATUNG

Der VNW vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit und bietet ihnen umfassende Dienstleistungen wie Beratungen, Fort- und Weiterbildungen an. Für Wohnungsgenossenschaften ist er als gesetzlicher Prüfungsverband tätig.


Genossenschaften

Der diesjährige Genossenschaftstag stand unter dem Motto „Menschen. Würdig. Wohnen“ und fand mit 200 Teilnehmern in Hamburg statt. Es wurden die Voraussetzungen für ein sicheres, menschenwürdiges und generationengerechtes Wohnen und ein nachbarschaftliches Miteinander diskutiert, in Podiumsdiskussionen erörtert und mit Vorträgen dargestellt. Die vortragenden Referenten haben die rechtlichen, wirtschaftlichen, technischen und sozialen Rahmenbedingungen für ein gutes und nachbarschaftliches Zusammenleben der Menschen im Quartier aufgezeigt und mit spannenden und interessanten Vorträgen Lösungsansätze und Anregungen geliefert, um die Wohnbedingungen in den Quartieren und im direkten Wohnumfeld zu verbessern. Dabei wurden insbesondere das „Wohnen im Alter“ und damit einhergehende Problemsitua­tionen beleuchtet wie auch die „Sicherheit in den Quartieren“ und die Frage, wie eine gute Nachbarschaft zu mehr Sicherheitsgefühl im direkten Wohnumfeld beitragen kann. Auch die Auswirkungen der Europawahlen auf die Wohnungswirtschaft wurden ins Blickfeld genommen.

Darüber hinaus fand am 25. 3. 2019 im VNW der Azubi-Day statt, bei dem auch ein Vortrag zur Einführung in das Genossenschaftsrecht für die angehenden Immobilienkaufleute erfolgte. Die von sehr vielen Mitgliedsunternehmen als kritisch angesehene Vergabepraxis von städtischen Grundstücken im Wege des Erbbaurechts sowie die damit zusammenhängenden Probleme für die Mitgliedsunternehmen sind als noch nicht beendetes „Dauerthema“ auch für das Referat Genossenschaften anzusehen.


Recht

Im Berichtszeitraum nahmen Anfragen und Beratungen der Wohnungsunternehmen zu deren rechtlichen Anliegen einen breiten Raum ein. Die Schwerpunkte lagen hier im Miet- und Betriebskostenrecht, dem Datenschutz- und dem Gesellschaftsrecht. Zu beobachten ist, dass zunehmend referatsübergreifende Anfragen zu beantworten sind. Die am 23. Oktober 2018 stattgefundene Fachtagung „Datenschutz und Datensicherheit“ in Lübeck war mit rund 80 Teilnehmern gut besucht. Die zweite Fachtagung „Datenschutz und Datensicherheit“ findet am 22. Oktober 2019 ebenfalls in Lübeck statt.

Nicht mehr wegzudenken ist der Norddeutsche Mietrechtstag, der mit einer Rekordteilnehmerzahl von fast 150 Teilnehmern am 19. November 2018 in Lübeck stattfand. Der 7. Norddeutsche Mietrechtstag findet dieses Mal am 18. November 2019 ebenfalls in Lübeck statt. Im Fachausschuss „Recht“ werden die themenübergreifenden Schwerpunkte Datenschutz und Datensicherheit bei der Digitalisierung weiter Beratungsgegenstand sein.


Sozialmanagement und Quartiersentwicklung

Der Workshop Sozialmanagement fand im November 2018 in Schwerin mit dem Schwerpunkt der Partizipation statt. Die Referenten haben die verschiedenen Ansätze und Beispiele zur Partizipation und zur Beteiligung anhand von praktischen Beispielen vermittelt. Die Resonanz und das Feedback der Teilnehmer des Workshops waren sehr positiv. Das Thema der „Sicherheit in den Quartieren“ wurde in der letzten Fachausschusssitzung am 26. 2. 2019 im VNW beleuchtet. Dazu haben Frau Falkenberg und Frau Bock vom Projekt „StOP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in eindrucksvoller Weise das Konzept ihres sozialen Gewaltschutzprojekts vorgetragen. Dabei wird durch Einbindung der Nachbarschaft und durch gemeinschaftliches Zusammenwirken der Nachbarn im Quartier eine Kultur des „Hinsehens“ geschaffen, wodurch Gewalttäter in der Nachbarschaft isoliert werden und Gewalttaten präventiv begegnet wird. Zudem wurde das Thema Urban Gardening von Frau Ribeaucourt (BGFG) und von Herrn Finke (BVE) beleuchtet. Den Schlusspunkt hat Herr Probst vom Lübecker Bauverein gesetzt und das für Jung und Alt integrative Neubauprojekt des Lübecker Bauvereins in Lübeck-St. Jürgen an der Ratzeburger Allee dargestellt. Dabei wird pflegebedürftigen Bewohnern durch eine Kooperation mit einem ambulant tätigen Pflegedienst und durch zusätzliches ehrenamtliches Engagement Hilfestellung geleistet.


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