VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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VORWORT


Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,


der diesjährige VNW-Tätigkeitsbericht stellt einen Wendepunkt in der Kommunikation des Verbandes mit seinen Mitgliedern dar. Von nun an wird der VNW nur noch digital über seine Arbeit der vergangenen zwölf Monate berichten.

Wir haben uns dafür entschieden, weil eine bessere und digitalere Kommunikation der Wunsch vieler unserer Mitgliedsunternehmen ist. Das wurde bei der VNW-Zukunftswerkstatt, die im Mai in Hamburg stattfand, genauso sichtbar wie bei der Auswertung der Mitgliederbefragung aus dem Frühjahr.

Mit dem digitalen Tätigkeitsbericht machen wir einen großen Schritt bei der digitalen Transformation unseres Arbeitsalltags. Ein neues Veranstaltungsportal und eine neue Homepage werden bald folgen. Im kommenden Frühjahr stellen wir die gesamte Kommunikation zwischen Verband und Mitgliedsunternehmen auf neue, digitale Füße.

Sosehr uns die Digitalisierung  beschäftigt, sosehr sind wir seit einigen Monaten bei unserer Mitwirkung an der politischen Willensbildung mit Rezepten aus der Vergangenheit konfrontiert. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist nach wie vor eines der wichtigsten Themen, das die Menschen hierzulande beschäftigt.

Die regierenden Parteien in Bund und Ländern reagieren darauf – vor allem verunsichert durch populistische Kräfte am parteipolitischen Rand – hektisch mit neuen Fördermilliarden. Dagegen ist natürlich niemand von uns. Leider setzt die Politik auch auf untaugliche Mittel, die am Ende mehr kaputt machen als helfen.

Mit der Verlängerung der Mietpreisbremse und der Verschärfung der Kappungsgrenze sowie der Verlängerung des Betrachtungszeitraums für den Mietspiegel wird vor allem der Bau bezahlbarer Wohnungen erschwert. Auch wird mit diesen Verschärfungen des Mietrechts nicht eine einzige zusätzliche Wohnung geschaffen. Im Gegenteil.

Der ungebremste Anstieg der Baukosten oder die nach wie vor ausufernde Bürokratie werden damit nicht gelöst. Das alles erschwert das Geschäft der VNW-Mitgliedsunternehmen ungemein und erhöht die Gefahr, dass die angespannte Lage auf den Wohnungsmärkten in den Ballungsräumen sich weiter verschärft.

Die 359 im VNW organisierten Mitgliedsunternehmen tun alles Erdenkliche, um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. 1,946 Milliarden Euro investierten sie in den drei Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung bezahlbaren Wohnraums. Das waren 284 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Fertigstellung von Wohneinheiten wider. 3.985 Wohnungen wurden von VNW-Unternehmen im Jahr 2018 schlüsselfertig übergeben – 1.453 mehr als im Jahr zuvor. Zudem bleiben die im Verband organisierten Unternehmen der Garant des bezahlbaren Wohnraums und des sozialen Friedens in den Quartieren. 

So liegt die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter bei 5,92 Euro. 39 Prozent aller Mietwohnungen in den drei Bundesländern werden von einem VNW-Unternehmen angeboten. Insgesamt verwalten die Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften 738.000 Wohnungen.

Mit unserer Kampagne zum Grundriss des Lebens und der Positionierung als Verband der Vermieter mit Werten lagen wir goldrichtig. Vor allem in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte über die Zukunftsfähigkeit unserer Lebensweise erwies sich die VNW-Imagekampagne als überzeugend und aktuell. Wenn wie im politischen Berlin ernsthaft über die Enteignung von Wohnungsunternehmen gestritten wird, beweisen die Mitgliedsunternehmen des VNW eben, wie bezahlbares Wohnen geht, wie Gemeinsamkeit organisiert wird und wie Mitbestimmung funktioniert. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

Als Gemeinschaft ist der VNW bei seinen Mitgliedern hoch anerkannt. Egal, ob Interessen-vertretung oder Prüfung, beides liegt bei Ihnen hoch im Kurs. Das freut uns und ist Ansporn genug, uns weiter für Sie einzusetzen. Vielen Dank für Ihr Vertrauen!


Andreas Breitner, 
Verbandsdirektor

WP/StB Gerhard Viemann, 
Direktor für den Prüfungsdienst