VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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WOHNEN IN HAMBURG


HAMBURG BLEIBT EINE MIETERSTADT
Mit einem Anteil von 69 Prozent vermieteten Wohnungen bleibt Hamburg eine ausgesprochene Mieterstadt mit weiterhin hohem Neubaubedarf aufgrund der ungebremsten Nachfrage nach Wohnraum.

Im Rahmen des „Bündnisses für das Wohnen“ begegnet Hamburg diesem Bedarf – bisher unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Grundprinzipien von Wohnungsunternehmen – mit einem ehrgeizigen und langfristig angelegten Wohnungsbauprogramm. Dieses Konzept geht auf und hat dazu geführt, dass seit dem Jahr 2011 in der Hansestadt über 55.000 Wohnungen neu errichtet wurden.

Allein im Jahr 2018 stieg die Zahl der fertiggestellten Wohnungen noch einmal deutlich auf insgesamt 10.674 Wohnungen (34,8 Prozent mehr als 2017) mit einer Wohnfläche von 849.430 Quadratmetern (26,4 Prozent mehr als 2017). 2.121 Wohnungen davon wurden von VNW-Unternehmen fertiggestellt (76,5 Prozent mehr als 2017).

GESETZESVERSCHÄRFUNGEN WIRKEN ALS INVESTITIONSBREMSEN
Auch weiterhin wird Wohnungsbau nur dann gelingen, wenn das gute Investitionsklima anhält. Dafür ist die Politik verantwortlich. Mehr bürokratische Hemmnisse oder Gesetzesverschärfungen wirken als Investitionsbremsen und würgen so den Wohnungsneubau ab. Ob sich der Boom fortsetzt, hängt also auch von der Wohnungspolitik ab.

Anders als in den Vorjahren, in denen die Mietpreissteigerungen bei frei finanzierten Wohnungen über der allgemeinen Preissteigerungsrate von 1,2 Prozent lagen, stiegen die Kaltmieten in Hamburg im Jahr 2018 mit 1,2 Prozent lediglich im gleichen Maß. Diese positive Entwicklung kann vor allem auf den forcierten Neubau bezahlbarer Wohnungen zurückgeführt werden.

360.000 der aktuell rund 938.000 Mietwohnungen in Hamburg werden zu einer Miete unter 8 Euro / m² vermietet, die rund 80.000 Sozialwohnungen zu durchschnittlich 6,18 Euro / m². Die durchschnittliche Nettokaltmiete der von den VNW-Mitgliedsunternehmen vermieteten Wohnungen liegt mit 6,79 Euro / m² deutlich unter dem derzeitigen Gesamtdurchschnitt des Hamburger Mietenspiegels von 8,44 Euro / m².

ANPASSUNG DER WOHNUNGSBAUFÖRDERUNG
Für die Neubau- und Bestands-Förderprogramme des Jahres 2019 konnten zahlreiche Verbesserungen und Anpassungen an aktuelle Wohnbedarfe sowie an die rasante Kostenentwicklung erreicht werden. Um künftige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Förderung entsprechend steuern zu können, ist neben einer Aktualisierung des ARGE-Baukostengutachtens ein laufendes Baukostenmonitoring durch die IFB Hamburg geplant.

In vielen wohnungswirtschaftlich relevanten Themenfeldern finden zurzeit konkrete Veränderungen und Diskussionen statt, die geeignet sind, die Stabilität der von Wohnungsunternehmen benötigten Rahmenbedingungen und Spielräume zu bedrohen. Die jüngsten Entwicklungen im Mietrecht, bevorstehende Veränderungen beim Klimaschutz, die Diskussion über eine Prio­risierung von Erbbaurechten gegenüber Grundstücksverkäufen, die schwer absehbaren Auswirkungen der Grundsteuerreform, die populistischen Debatten über Mietpreisstopp und Enteignung – die Liste ließe sich fortsetzen. Der VNW tritt hier für eine Versachlichung der Diskussion und für die Vermittlung wohnungswirtschaftlicher Prinzipien und Positionen seiner Mitglieds­unternehmen ein.