VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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ZUKUNFTSWERKSTATT VNW 2030



GUT SEIN – BESSER WERDEN

Die VNW-Zukunftswerkstatt ist ein Prozess, und sich mit Zukunftsfragen zu befassen, setzt die selbstkritische Reflexion mit Stärken und Schwächen voraus.

Nicht an der Oberfläche reden, sondern querdenken und am Ende konkrete Handlungsanweisungen für die Arbeit des VNW festlegen. Die Ziele, die VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner am 20. Mai 2019 in den Räumen der Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft zum Auftakt der Zukunftswerkstatt des Verbandes formulierte, waren nicht ohne. Zumal die Gruppe der gut 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Vorstände und Geschäftsführer von Mitgliedsunternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes – nur gut einen Tag Zeit für die Werkstatt hatte.


Nicht an der Oberfläche reden, sondern querdenken und am Ende konkrete Handlungsanweisungen für die Arbeit des VNW festlegen – Verbandsdirektor Andreas Breitner auf der VNW-Zukunftswerkstatt 2030.


Seit gut eineinhalb Jahren gibt es eine intensivere Debatte darüber, wie der Verband, dem gegenwärtig 359 Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg ange­hören, sich aufstellen muss, um seine Arbeit in den kommenden Jahren erfolgreich zu meistern. „Wir erleben in der Diskussion eine Intensität, die wir nicht in den einzelnen Gremiensitzungen abhandeln wollten“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. Die Zukunftswerkstatt sollte daher die Chance sein, „alles auf ein Blatt Papier zu bekommen und das dann abzuarbeiten“.

Zugleich war von Anfang an klar, dass ein Nachdenken über die eigene Arbeit kein einmaliges Beschäftigen mit einem Beginn und einem Abschluss sein sollte. Wie bei einem atmenden System ist dieses Hinterfragen ein dauerhafter Prozess, der die Arbeit des VNW und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alltäglich begleitet. Wenn die heute lebenden Menschen bis ins hohe Alter lernen müssen, so gilt das selbstverständlich ebenso für Unternehmen und Organisationen wie den VNW.

Eine Zukunftswerkstatt ist daher stets ein Prozess. Auch deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass die Digitalisierung bereits bei der Zukunftswerkstatt 2015 – seinerzeit unter dem Stichwort „Digitale Revolution“ – eine große Rolle spielte und in den vergangenen Jahren nichts an ihrer Bedeutung einbüßte. Digitale Medien gehören zu unserem Leben wie die Luft zum Atmen, und es bedarf keines großen Mutes, vorauszusagen, dass auch in zehn Jahren das Digitale wesentlicher Bestandteil von Veränderungen sein wird.


Die VNW-Wertekampagne ist aktueller denn je

Verbandsdirektor Andreas Breitner verweist auf die Wertekampagne des VNW „Verband der Vermieter mit Werten“. Selten sei in Deutschland die öffentliche Diskussion über das Wohnen und die Wohnungswirtschaft so stark von Populismus geprägt worden. Das Ringen um einen Mietenstopp, die Installierung einer Mietpreisbremse und eine weitere Senkung der Kappungsgrenze werden übertrumpft von Fantasien über die Enteignung von Wohnungsunternehmen. Es geht in dieser Debatte längst nicht mehr nur um eine Deutungshoheit im gesellschaftlichen Diskurs, sondern darum, unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen Wohnungsunternehmen künftig ihre Arbeit machen sollen.


VNW-Wertekampagne – die Antwort des VNW auf die stark von Populismus geprägte öffentliche Diskussion über das Wohnen und die Wohnungswirtschaft.


Diese Entwicklung sei Ausdruck einer grundlegenden Neubewertung gesellschaftlicher Werte, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Vermehrt fragen sich Menschen, vor allem in den Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt, was ihnen im Leben – abseits von materieller Sicherheit – wirklich wichtig ist.“ Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Man kann nicht nicht wohnen. Mieterinnen und Mieter fragen sich immer öfter, wer eigentlich ihr Vermieter ist und wodurch dieser sich von anderen unterscheidet. „Wir befinden uns derzeit in einem Verteidigungskampf, bei dem das Geschäftsmodell ‚Vermietung‘ massiv angegriffen wird“, sagt Breitner.

Die Wertediskussion des VNW sei deshalb zur rechten Zeit gekommen, so der Verbands­direktor weiter. Die Reaktionen in den Rathäusern und bei Politikern zeigten, dass die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften mit ihren Werten punkten könnten. „Zugleich werden vielen Adressaten erst durch die Kampagne die Unterschiede zwischen den einzelnen Vermietern bewusst.“ Sie verstünden, VNW-Unternehmen als Vermieter mit Werten seien die „Guten“ und ein unverzichtbarer Partner, wenn es darum gehe, bezahlbares Wohnen dauerhaft zu sichern.