VNW-Tätigkeitsbericht 2018/19
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ZUKUNFTSWERKSTATT VNW 2030



Das Nachdenken über die Zukunft geht mit selbstkritischer Reflexion einher

„Sich mit Zukunftsfragen zu befassen, setzt eine selbstkritische Reflexion über Stärken und Schwächen voraus“, sagt Angela Köllner. Sie arbeitet als Business Manager bei Ramboll Management Consulting und berät seit mehr als 20 Jahren öffentliche und Non-Profit-Organisationen bei Strategie- und Organisationsentwicklungsprojekten. Dieses Infragestellen sei von Zeit zu Zeit für jede Organisation wichtig und umfasse Fragen wie „Sind wir noch mitgliedsorientiert aufgestellt? Wo liegen unsere Stärken? Kennen unserer Mitglieder unsere Services? Werden die (politischen) Interessen der Mitglieder gut vertreten, und sind wir sichtbar?“.


Angela Köllner, Business Manager bei Ramboll Management Consulting


Ramboll Management Consulting begleitete die Konzeption und Durchführung der Zukunftswerkstatt. „Das Format der Zukunftswerkstatt passt gut, um zu überprüfen, ob die Angebote des VNW noch passgenau sind für die künftigen Anforderungen“, sagt Köllner. Dabei sei es nicht darum gegangen, Visionen für die kommenden 30 Jahre zu entwerfen. „Es ging darum, sich der eigenen strategischen Ausrichtung bewusst zu werden, Stärken zu identifizieren und als Organisation beweglich zu bleiben.“ Das funktioniere besser, wenn Zuhören, Feedback und der Dialog mit den Mitgliedsunternehmen ermöglicht und verinnerlicht würden. „Die Zukunftswerkstatt des VNW hat dafür viele Gelegenheiten geboten.“

Die Zukunft gestalten bedeute aber auch, „nicht immerzu alles auf den Prüfstand zu stellen, sondern Bewährtes zu erhalten und ein Ausrufungszeichen dahinterzusetzen“, sagt Köllner. „Für den VNW hat dieser Prozess – einschließlich der Rückmeldungen der Mitgliedsunternehmen aus der Mitgliederbefragung – gezeigt, wo die Stärken des Verbands liegen und dass die Mitgliedsunternehmen mit vielen Leistungen des Verbands zufrieden sind.“


Ausgangspunkt: Befragung der VNW-Mitgliedsunternehmen

Auch wenn der VNW die Zukunftswerkstatt als permanenten Prozess versteht, so hatte die „Ausgabe 2019“ einen Ausgangspunkt: die Ergebnisse der Mitgliederbefragung aus dem Frühjahr. Das wichtigste Ergebnis hätte kaum besser sein können. „94,7 Prozent der Befragten äußerten sich zufrieden mit der Arbeit des Verbandes“, sagt Lisa Winter, Geschäftsführerin von AktivBo, dem Unternehmen, das die Umfrage umgesetzt hatte. „Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis.“

Bemerkenswert seien zudem die hohen Rücklaufquoten (Hamburg: 66,7 Prozent, Schleswig-Holstein: 58 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern: 57,7 Prozent), die valide Schlussfolgerungen über die Arbeit des Verbands ermöglichten, sagte Winter weiter. Zugleich hätten 83 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit genutzt, zusätzliche Anforderungen an den Verband zu formulieren. „Das sind sehr gute Voraussetzungen dafür, dass der VNW in den kommenden Jahren seine Arbeitsprozesse optimieren kann.“

Die Untersuchungsergebnisse zeigten auf allen Feldern ein ähnliches Bild: eine hohe Zufriedenheit mit dem Status quo der Arbeit des VNW und Anregungen, was besser bzw. anders werden kann. Im Bereich der Lobbyarbeit beispielsweise lobten die Befragten Umfang und Wirksamkeit des Verbandes. Zugleich wurde angeregt, künftig die Belange der kommunalen Unternehmen mehr zu berücksichtigen. Beim Prüfungsbereich stand das Thema Kundenorientierung im Mittelpunkt, beim Veranstaltungsbereich die Kosten der Seminargebühren. Angeregt wurden ein besserer Informationsfluss aus Verbandsgremien und ein Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit.

„Warum wollen wir einen Dialog, obwohl die Umfrageergebnisse so gut sind?“, fragt VNW-Direktor Andreas Breitner, um die Antwort darauf selbst zu geben: „Alles andere wäre bekloppt. Was die Kolleginnen und Kollegen mitdenken, brauchen wir für unsere Arbeit. Die Innensicht ist wie die Außensicht gleichermaßen notwendig, wenn man erfolgreich sein will.“ VNW-Prüfungsdirektor Gerhard Viemann ergänzt: „Werkstatt ist ein schöner Begriff für die Suche nach dem geeigneten Kurs in die Zukunft.“ So sei beispielsweise die Zufriedenheit mit dem Prüfungsbereich hoch. Das bedeute aber keineswegs, dass die Unternehmen mehr Prüfungen wollten. „Manchmal muss man als Prüfer auch unangenehme Dinge sagen.“

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